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  • Seelenhäuser

    Serie aus 5 Arbeiten, 2007, Pigmenttinte auf Leinwand, 70 x 195 cm / 45 x 125 cm, Auflage von je 3

    Auf dem Kamm einer Gerölldüne zeichnet sich eine weiße Hütte auf zerbrechlichen Stelzen vor dem diesigen Hintergrund ab, ragt ins Bild wie ein Fremdkörper, den stillschweigend zu ignorieren man schon vor langer Zeit begonnen hat, blickt über in zartem Grau verhangene Weite wie ein vergessener Wächter. „Seelenhaus“ nennt Iska Jehl die schwebende Hütte, zu deren Tür keine Leiter führt und deren Inneres hinter dem Fenster in der Dunkelheit verborgen bleibt. In den stillen, stimmungsschwangeren Fotografien ist Dissonanz zu erfühlen, die die Wahrnehmung stört wie eine gesprungene Saite bei einem Cellokonzert. Doch zeigen die Seelenhäuser hinter der Atmosphäre von Einsamkeit und Abgeschiedenheit zwischen wehmütiger Erinnerung und Memento Mori einen Weg zurück in die Wirklichkeit.

    Klara Jung